Dachgleiche „Lebensraum Muthgasse 50“ erreicht
27. Februar 2026Mit der planmäßigen Fertigstellung des Rohbaus hat die gemeinnützige Bauvereinigung WBV-GPA gemeinsam mit der STRABAG AG am 26. Februar die Dachgleiche für das Wohnquartier „Lebensraum Muthgasse 50“ gefeiert. Ein Meilenstein – sichtbar aus Beton, Stahl und viel Koordination.
Im 19. Bezirk wächst hier ein Quartier, das mehr ist als ein Wohnbau: 235 geförderte Mietwohnungen – darunter 118 SMART-Wohnungen – treffen auf 75 freifinanzierte Eigentumswohnungen. Ergänzt wird das Ensemble durch ein Studierendenheim mit über 300 Plätzen, einen sechsgruppigen Kindergarten, rund 3.700 m² Gewerbeflächen sowie gemeinschaftlich nutzbare Räume. Freiräume und eine neue Durchwegung öffnen das Areal bewusst ins Grätzl.
Stadtentwicklung mit Haltung
Wiens Finanz-, Wirtschafts- und Digitalstadträtin Barbara Novak brachte es bei der Dachgleiche auf den Punkt: „Am Anfang steht eine Idee – und wenn aus dieser Idee mit Leidenschaft, Mut und Zusammenarbeit ein neues Stück Stadt entsteht, dann wird aus einem unscheinbaren Ort ein lebendiger Stadtteil mit Zukunft.“ Ein Satz, der den Anspruch dieses Projekts trifft: Hier wird Stadt nicht verwaltet, sondern gestaltet.
Leistbarkeit, wo sie am schwierigsten ist
Für WBV-GPA Geschäftsführer KommR Mag. Michael Gehbauer ist das Projekt mehr als ein Bauvorhaben – es ist ein wohnungspolitisches Signal:
„Hier entsteht leistbarer Wohnraum in einer Lage, in der der freie Markt diese Qualität zu diesen Konditionen nicht ermöglichen würde.“ Gerade in Hochpreislagen zeigt sich die Stärke des gemeinnützigen Wohnbaus: Die Kombination aus Wohnbauförderung, Widmung „geförderter Wohnbau“ und klarer politischer Linie schafft Spielraum – für leistbare Mieten und stabile Nachbarschaften.
Klimafit gebaut, offen gedacht
Das Quartier setzt auf ein robustes, zukunftsfähiges Energiesystem: Tiefensonden, thermische Grundwassernutzung, Bauteilaktivierung und Photovoltaik greifen ineinander. Das Ziel: möglichst viel Energie vor Ort erzeugen und nutzen.
Auch im Freiraum wird nachgeschärft: Unversiegelte Innenhöfe nach dem Schwammstadtprinzip, begrünte Fassaden und Dachflächen mit Urban Gardening verbessern das Mikroklima – spürbar, nicht nur messbar.
Ein öffentlicher Durchgang zwischen Muthgasse und Nussdorfer Lände, frei zugängliche Grünräume und aktive Erdgeschoßzonen sorgen dafür, dass das Quartier kein abgeschlossener Block bleibt, sondern Teil der Stadt wird.
Architektur mit Handschrift
Geplant wurde „Lebensraum Muthgasse 50“ von HNP architects und Gerner Gerner Plus. Die Umsetzung erfolgt durch die STRABAG AG als Generalunternehmer – im Baurecht auf einer Liegenschaft der Liewers Holding.
Die Dachgleiche selbst stand – wie es die Tradition verlangt – im Zeichen jener, die dieses Projekt Tag für Tag vorantreiben: der Bauarbeiter. Ohne sie kein Fortschritt. Ohne sie kein Termin.
„Lebensraum Muthgasse 50“ in Zahlen
- 235 geförderte Mietwohnungen (davon 118 SMART-Wohnungen)
- 75 freifinanzierte Wohnungen
- 258 Heimeinheiten / 305 Studierendenplätze
- 6-gruppiger Kindergarten
- rund 3.700 m² Gewerbeflächen
- großzügige Gemeinschafts- und Freiräume